16 Dinge, die mich 2016 gelehrt hat.

366 Tage voller Liebe und Zuversicht, voller Ängste und Hoffnungen und Träume. Ein Jahr, geladen mit Emotionen, das sich nun dem Ende neigt und Platz für neue Erfahrungen macht. Ich sitze hier, werde ein klitzekleines bisschen sentimental, während ich darüber nachdenke, was mich 2016 gelehrt hat. Dass 2016 ein großartiger Lehrer gewesen ist, ist jedenfalls nicht zu bestreiten.

1. Wer krank ist, kann (oft) auch wieder gesund werden.

Ich bin ein unverbesserlicher Optimist, war es schon immer. Und so konnte mich nicht einmal die Nachricht Brustkrebs aus den Socken hauen, die ich im Oktober 2015 bekommen habe. Ein Jahr später habe ich gelernt, dass Optimismus, Glück und der Wille zu leben die beste Unterstützung sind, die eine medikamentöse Therapie bekommen kann. Ich habe überlebt, weil ich es wollte. Und ich bin mir sicher, dass viele andere das genauso schaffen können, wenn sie nur ein bisschen weniger negativ eingestellt wären.

2. Wer auf perfekt wartet, wird nie ankommen.

Wenn ich nicht krank geworden wäre, wäre ich nicht in die Bedrängnis gekommen, ein Buch zu schreiben, bevor ich diese Erde verlasse. Und wenn ich nicht ein Buch geschrieben und veröffentlicht hätte, hätte es sicher noch ziemlich lange gedauert, bis ich verstanden hätte, dass ein Projekt niemals perfekt sein kann. Jetzt weiß ich, dass Perfekt gar nicht existiert und man dementsprechend niemals ankommt, wenn man darauf wartet.

3. Wer sich selbst zuerst bezahlt, hat weniger finanzielle Probleme.

Ein Konzept, dass ich erst recht spät in diesem Jahr gelernt habe. Sich selbst zuerst zu bezahlen, um seine Finanzen in den Griff zu bekommen. Ich hatte zwar noch nie richtig finanzielle Probleme, aber ich habe mich schon eine ganze Weile mit dem Wunsch herumgeschlagen, endlich für die Hochzeit und für meine Wünsche zu sparen. Am Ende des Monats war aber selten Geld übrig, dass ich sparen konnte. Nun bezahle ich mich selbst zuerst, überweise alles an nicht verplantem Geld auf mein Sparkonto, damit es gleich gut aufgehoben ist und gehe nur im absoluten Notfall dran. Und siehe da, die Ersparnisse wachsen!

4. Wer früh aufsteht, hat aller Wahrscheinlichkeit nach einen produktiven Tag.

Ich bin nie ein Frühaufsteher gewesen und schaffe es auch heute noch nicht jeden Tag früh aus dem Bett. ABER ich habe festgestellt, dass die Tage, an denen ich um 5:30 Uhr aufstehe, um mit Mr Kunstwerk unseren Miracle Morning zu machen, zu den produktivsten gehören. Mit diesem Wissen fällt es mir leichter, abends früh ins Bett zu gehen und am nächsten Tag wieder früh aufzustehen. Dennoch muss ich daraus noch eine echte Gewohnheit machen.

5. Wer an sich glaubt, kann das Unmögliche schaffen.

Noch im Sommer habe ich nicht daran geglaubt, dass ich irgendwann einmal 5 Kilometer am Stück laufen könnte. Ich habe immer gedacht, mein Körper wäre einfach nicht zum Laufen gemacht, und so habe ich immer sofort wieder aufgegeben, wenn es ans Laufen ging. Irgendwann hat es dann aber Klick gemacht und mir wurde klar, dass mein Körper sehr wohl zum Laufen gemacht ist und ich nur an mich selbst glauben muss, um Laufen zu lernen. Wenig später bin ich zum ersten Mal 5 Kilometer am Stück gelaufen. Was ich daraus gelernt habe: Gedanken haben eine wahnsinnig große Macht über uns. Wenn wir lernen, negative Gedanken und Ängste abzustellen und sich stattdessen ein positives Bild in unserem Kopf breitmacht, wird ein Erfolg immer wahrscheinlicher.

6. Wer ein Bullet Journal führt, ist besser organisiert.

Nach einem Jahr Bullet Journaling kann ich stolz behaupten, noch nie in meinem Leben besser organisiert gewesen zu sein. Es gibt Phasen, in denen ich mein BuJo weniger benutze und es gibt Phasen, in denen ich jedes Detail aufschreibe. Was ich aber auf jeden Fall immer mache, ist Ziele setzen und überprüfen. Das führt dazu, dass ich kontinuierlich an meinen Zielen arbeite und dementsprechend viel mehr schaffe. Außerdem habe ich immer einen Kalender und ein Notizbuch, so gehen keine Termine, Ideen und andere Notizen mehr verloren (Update zu meiner Organisations-Routine).

7. Wer Ziele setzt, kennt wenigstens die Richtung, in die er läuft.

2016 ist das Jahr gewesen, in dem aus meinen Träumen Ziele wurden und aus Neujahrsvorsätzen Gewohnheiten. Das habe ich früher nie geschafft. Früher war alles ein könnte, würde, sollte, müsste – heute landen alle Ideen und Träume auf einer Liste, damit ich sie beim nächsten Mal Ziele setzen miteinbeziehen kann. Ich habe mir in diesem Jahr so viele Träume erfüllt, habe so viel erreicht, dass ich euch heute sagen kann: Ziele aufschreiben und in kleine Schritte einteilen – das bringt wirklich was!

8. Wer ausmistet, befreit sich selbst.

Noch weit davon entfernt ein Minimalist zu sein, habe ich aber auch in diesem Jahr ordentlich ausgemistet. Was mit einem Feng-Shui-artigen Aufräumen angefangen hat, ist mittlerweile zu einer Ich-will-nur-noch-Sachen-die-ich-wirklich-gerne-mag-Orgie geworden. Besonders im Kleiderschrank merke ich, wie befreiend eine minimalistischere Ausstattung ist. Eine Capsule Wardrobe habe ich zwar nach wie vor nicht, aber dafür habe ich mittlerweile fast nur noch Kleidungsstücke, die wirklich gut zusammen passen. Auch im Bücherregal fühle ich mich unglaublich erleichtert, seit ich einen großen Teil meiner ungelesenen Bücher losgeworden bin. Kurzzeitig habe ich sogar darüber nachgedacht, komplett auf E-Books umzusteigen, aber dafür liebe ich Bücher dann doch zu sehr.

9. Wer die Sprache der Liebe seines Partners spricht, hat ein erfüllteres Liebesleben.

Ein interessantes Konzept über die Liebe habe ich in diesem Jahr auch kennengelernt. Es entstammt dem Buch Die fünf Sprachen der Liebe von Gary Chapman und erklärt im Prinzip, dass jeder Mensch eine andere Sprache der Liebe spricht. Während der eine seine Liebe mit Berührungen ausdrückt, braucht der andere vielleicht Lob und Anerkennung, um sich geliebt zu fühlen. Mit dem Wissen aus diesem Buch, kann ich die Bedürfnisse Mr Kunstwerks besser erfüllen und er fühlt sich geliebter. Andersherum weiß er nun, wie er mich glücklich machen kann. Dieses Buch ist definitiv ein Must Read!

10. Wer sich selbst liebt, hat ein leichteres Leben.

Breite Hüften, Sommersprossen auf der Nase, die Zähne nicht perfekt in einer Reihe – es gibt so viele Mäkel, mit denen man sich selbst fertig machen könnte. Aber was bringt das schon außer schlechter Stimmung? Ich bin fertig damit. Ich habe damit abgeschlossen, mich ständig damit rumzuschlagen, nicht perfekt zu sein. Ich finde mich schön so wie ich bin und das macht mein Leben ungemein leichter.

11. Wer Liebe säht, wird Liebe ernten.

Ein Kompliment hier, ein Lächeln da. Anderen etwas Gutes zu tun ist niemals verkehrt. Ganz im Gegenteil, dieses Jahr musste ich häufig feststellen, dass auf gute Taten immer gute Taten folgten. Manchmal dauert es ein paar Tage, Wochen oder sogar Monate, aber im Rückblick bemerke ich doch, dass sich Liebe und Freundschaft, Gefallen und spendabel sein immer auszahlen.

12. Wer sich die Zeit nimmt, um Dinge gleich richtig zu machen, muss später nicht nochmal dahin zurückkehren.

Das musste ich auf die schmerzhafte Weise lernen. Indem ich nämlich zu vorschnell gewesen bin, zu übereifrig, musste ich später mehrere Male zum Projekt zurückkehren, um es zu überarbeiten. Das war frustrierend, aber ich habe daraus mitgenommen, dass mir nun auf jeden Fall die Zeit nehme, etwas zu einem ordentlichen Ende zu bringen. Das spart am Ende Zeit.

13. Wer weniger denkt und mehr macht, fühlt sich besser.

Just do it! – Mein neustes Lieblingsmantra, mit dem der Alltag plötzlich so viel leichter wird. Gedankenketten wie Mache ich jetzt den Abwasch oder später? Jetzt habe ich eigentlich keine Lust, aber später vermutlich auch nicht… Also? In fünf Minuten? Zehn? Nur noch dieses Video. Komm schon, du kannst es auch jetzt machen, dann hast du es hinter dir gehören damit nämlich der Vergangenheit an. Wann immer ich merke, dass meine Gedanken in diese Richtung abdriftet, sage ich mir mein Mantra und befolge es. So fühle ich mich besser, weil ich nicht ständig Sachen vor mir herschiebe, und schaffe Platz für wichtigere Gedanken.

14. Wer sich traut, der gewinnt.

Ich gebe es zu: Ich bin einer der größten Feiglinge auf diesem Planeten. Ich zwinge mich nur dazu mutig zu sein, wenn ich wirklich keine andere Wahl habe. Auch wenn ich mittlerweile weiß, dass mutig sein in den allermeisten Fällen mit tollen Ergebnissen belohnt wird, tue ich mich immer noch schwer damit, meine Ängste abzulegen und mich mal etwas zu trauen. Ich nehme mir fürs nächste Jahr vor, dieses erlernte Wissen auch in die Tat umzusetzen.

15. Wer Sport treibt, ist ausgeglichener.

Auch wenn es manchmal ein Kampf ist, sich zum Training aufzuraffen, auch wenn aller Anfang hart ist – Sport macht eben doch glücklich! Verschwitzt und schweratmend die Treppen zur Wohnung hinaufzustolpern, nachdem man seinem Körper alles abverlangt hat, ist eigentlich ein ziemlich gutes Gefühl. Eine heiße Dusche und ein großes Glas Wasser später fühlt es sich an, als wären alle Probleme der Welt gelöst.

16. Ich bin auch nur ein Mensch, keine Maschine.

Ziemlich verbittert musste ich gegen Ende des Jahres feststellen, dass ich alles andere als eine Maschine bin. Ich bin ein Mensch, ich kann nicht immer funktionieren und ich muss nicht immer funktionieren. Es ist nichts verwerflich daran, wenn man mal eine Pause braucht. Wenn man nicht so schnell ist, wie man eigentlich gerne wäre. Der Einzige, der sich wirklich daran stört, ist man selbst. Und sobald man diese Schuldgefühle überwindet, werden auch die Sorgen wieder weniger.

Diese 16 kleinen Lebensweisheiten sind wahrscheinlich nur ein Bruchteil von den Dingen, die ich in diesem Jahr gelernt habe. Ich hoffe sehr, dass ihr daraus etwas für euch mitnehmen könnt. Ich persönlich freue mich jedenfalls jetzt schon sehr auf den 17 Dinge, die ich in 2017 gelernt habe-Artikel und den Vergleich, den ich daraus ziehen kann.

Schreibt mir unbedingt in die Kommentare, was 2016 euch gelehrt hat und teilt diesen Artikel, wenn er euch gefallen hat – denn sharing is caring! 😉

– Kim

8 Gedanken zu „16 Dinge, die mich 2016 gelehrt hat.

  1. Jacquy sagt:

    Toller Beitrag! Das scheinen wirklich einige Veränderungen gewesen zu sein, die das Jahr bei dir mit sich gebracht hat. Ich werde versuchen, mir deine Ratschläge zu Herzen zu nehmen und vielleicht habe ich dann am Ende diesen Jahres etwas ähnliches zu berichten. Dass sich ein bisschen was ändern muss, gerade an meiner Einstellung, ist mir eigentlich schon länger klar und langsam, langsam gehe ich das auch an 😀

    Liebe Grüße!

    • Kim Leopold sagt:

      Danke dir! Definitiv, ich habe zuerst nicht gedacht, dass ich 16 Sachen zusammen kriege und war dann überrascht, wie viel mehr ich noch hätte erzählen können. Es lohnt sich immer, an sich selbst zu arbeiten. Ich drücke dir die Daumen, dass du am Ende des Jahres auch auf ein paar beachtliche Lehren zurückblicken kannst. 🙂

      Liebe Grüße,
      Kim

  2. Silvia sagt:

    Was ich aus 2016 gelernt habe muss ich für mich noch sortieren.
    Du schreibst so toll und mitreißend, du kannst auch Motivationsseminare geben!
    Von deiner positiven Einstellung kann ich mir auf jeden Fall ein Stück abschneiden.

  3. Alica sagt:

    Huhu Kim,

    ein wirklich toller Beitrag. 🙂 Ein paar der Punkte habe ich auch mittlerweile gelernt, nicht unbedingt in 2016, aber in den letzten 2-3 Jahren. Die Umsetzung ist aber nicht immer so einfach. (Vor allem was Sport angeht… da hab ich die Routine noch nicht erreicht…)

    Was ich definitiv 2016 gelernt habe: Nicht alles so nah an sich heran zu lassen, dann regt man sich nur unnötig stark auf. Seit ich über schlechte Dinge nicht mehr dauernd nachdenke und mich davon runterziehen lasse, geht es mir deutlich besser. Es gibt nun mal schlechte Zeiten im Leben, aber das geht auch wieder vorbei. Ich versuche jetzt viel mehr, die positiven Dinge hervorzuheben. 🙂

    „Die fünf Sprachen der Liebe“ sollte ich mir mal anschauen. Mein Freund und ich sprechen da nämlich manchmal sehr unterschiedliche Sprachen. 😀

    Dir alles Gute für das neue Jahr! Dein neuer Blog ist klasse! <3

    LG Alica

    • Kim Leopold sagt:

      Liebe Alica,
      danke für deinen Kommentar! Schön, dass es dir hier gut gefällt! 🙂
      Glaub mir, mit der Umsetzung hab ich teilweise auch noch Probleme, aber zumindest ist schon mal das Bewusstsein dafür da. Das ist viel wert. 🙂
      Im „nicht nah an sich heranlassen“ war ich schon immer ziemlich gut. Manchmal so gut, dass ich mich schon frage, ob das noch normal ist oder ob ich vielleicht doch ein kleiner Egozentriker bin, dem alles andere egal ist. 😀 Ich find’s klasse, dass du das für dich herausgefunden hast und es dir damit besser geht! 🙂
      Das Buch kann ich wirklich nur empfehlen. Daraus lernt man nicht nur viel im Umgang mit seiner großen Liebe, sondern auch mehr über die Beziehung zu Eltern oder Geschwistern. 🙂

      Danke, danke! Das gleiche wünsche ich dir auch! <3

      LG Kim

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