3 Dinge, die ich durchs Social-Media-Fasten gelernt habe.

46 Benachrichtigungen, 7 neue Nachrichten und einen Haufen an verpassten Posts von Freunden, Bekannten, Unbekannten. Das ist allein das Resultat meines Social-Media-Fastens auf Facebook. Anderthalb Wochen selbst auferlegtes Social-Media-Verbot und – was ein Wunder! – die Welt ist davon nicht untergegangen.

Warum ich unbedingt mal eine Pause brauchte

Facebook läuft im Hintergrund, Instagram verlangt nach neuen Bildern, von Twitter will ich gar nicht erst anfangen. Immer präsent, immer überlastet mit Informationen, ständig dieser Drang danach auf alles und jeden sofort reagieren zu müssen (für Facebook-Seiten gibt es sogar eine Anzeige, wie lange man durchschnittlich zum Beantworten einer Nachricht braucht – ist das nicht verrückt?). Dann dieses ständige Ping, das mich aus der Arbeit reißt, und die Erfolgserlebnisse anderer, die ich ihnen zwar gönne, die mir selbst aber nicht guttun. Es war dringend an der Zeit, den Stecker zu ziehen und zu lernen, wieder ohne Social Media klarzukommen. Kreativ aufzutanken und meine Zeit den Dingen zu widmen, die wirklich wichtig sind.

3 Dinge, die ich durchs Social-Media-Fasten gelernt habe

1. Man verpasst kaum etwas.

Am schlimmsten ist wohl das Gefühl, das man etwas verpassen könnte, wenn man nicht immer präsent ist. Wenn man nicht jede Stunde checkt, was andere Leute gerade so posten. Aber die Wahrheit ist doch eine andere: 46 Benachrichtigungen und 7 neue Nachrichten – das ist nicht wirklich viel für anderthalb Wochen. Und von den 46 Benachrichtigungen waren kaum welche dabei, die wirklich relevant für mich gewesen wären. Was ich wirklich verpasst habe: die Verlosung meiner Weihnachtsnovelle Hundert minus einen Tag in einer Adventskalenderaktion von Sarahs Bücherwunderland und ein paar liebe Weihnachtswünsche.

2. Man beginnt über relevantere Sachen nachzudenken.

Die Zeit, in der sonst Facebook-Mitteilungen, Erfolgserlebnisse anderer, Nachrichten von Freunden meinen Kopf gefüllt haben, konnte ich nun gut dazu nutzen, endlich mal in meine eigene Gedankenwelt abzutauchen. Insgesamt habe ich das Gefühl, dass ich mich noch viel zu häufig bedröhnen lasse (von Musik, Geschichten, Blogartikeln, YouTube-Videos, Social-Media-Meldungen) und mich manchmal regelrecht dazu zwingen muss, abzuschalten und selbst nachzudenken. Nachdenken ist aber wichtig, um voranzukommen im Leben und ich glaube, dass ich in diesen anderthalb Wochen Pause einen großen Schritt nach vorne gemacht habe, in dem ich mich quasi emanzipiert habe.

3. Das Leben besteht nicht aus Social Media.

Wenn Facebook, Twitter und Co auch tolle Erfindungen sind, sie sind nicht unser Lebensinhalt. Sollten es zumindest nicht sein. Was wirklich zählt, ist doch die Familie, die Liebe, die Kinder und Freunde. Die Zeit, die ich mit ihnen verbringe, bringt mir so viel mehr Freude, als der ständige Austausch über Social Media. Deswegen habe ich die Facebook-App und den Messenger nicht mehr zurück auf mein Handy installiert – ich möchte nicht wieder zu dem Menschen werden, der ständig auf sein Handy guckt, um seine Statusmeldungen zu checken, während ich mit Mr Kunstwerk einen Film gucke oder mit meiner Familie unterwegs bin. Freunde können mich über Whatsapp erreichen, alle anderen müssen dann eben warten, bis ich wieder online bin.

Ich für meinen Teil habe entschieden, dass ich wieder mehr im Hier und Jetzt leben möchte. In meinem Leben, nicht in dem Leben anderer. Und zu meinem Leben gehören Mr Kunstwerk und Filou, eine wunderschöne Wohnung, ein Bücherregal und eine Küche, in der gekocht werden will. Zu meinem Leben gehören echte Freunde aus Fleisch und Blut, die man auch mal treffen kann und mit denen man über alles sprechen kann, und natürlich eine Familie, die mir Rückhalt gibt. Ich will meine Zeit nicht damit verschwenden, ständig online zu sein, stattdessen will ich mich mehr auf das Erschaffen von Neuem konzentrieren. Auf das Kreieren von Kunst, auf Geschichten, die später eure Herzen im Sturm erobern sollen, auf Blogartikel, die euch mitreißen und motivieren, und auf ein paar streng geheime Projekte.

Was bedeutet Social Media für euch? Schreibt mir doch einen Kommentar oder schenkt dem Artikel ein Gefällt mir, wenn er euch gefallen hat. Dann weiß ich, welchen Content ihr gerne lest.

– Kim

9 Gedanken zu „3 Dinge, die ich durchs Social-Media-Fasten gelernt habe.

  1. buchstabenhexe sagt:

    Ich habe im vergangenen Jahr ähnliche Erfahrungen gemacht und daraus auch den Entschluss gefasst, mehr im realen Leben „unterwegs“ zu sein. Ich hatte vorher gar nicht bemerkt, wie sehr mich dieses „online-sein“ im Griff hatte. Und wie sehr es mich oftmals aus allem heraus gerissen hat. Es ist nicht leicht, eine gesunde Mischung zu finden. Aber mir hilft es, dass ich mein social media Verhalten immer wieder reflektiere und ggf. neu entscheide.

    Und nach dem Lesen Deines Beitrags habe ich es auch gleich wieder gemacht – und für (noch) in Ordnung befunden! 😀

    Ich wünsch Dir weiter alles Gute und freue mich auf weitere Beiträge von Dir!

    • Kim Leopold sagt:

      Danke für deinen Kommentar! 🙂 Stimmt, einfach ist das nicht. Ich handhabe es im Moment so, dass ich Facebook und den Messenger einfach nicht mehr auf mein Handy installiert habe. So kann ich nur noch dort surfen, wenn ich am Laptop bin (was mich im Moment schon wieder ständig vom Schreiben abhält). 😀

      Schön, dass du für dich ein gutes Mittelmaß gefunden hast! <3

  2. Jenni sagt:

    Liebe Kim!

    Ich kommentiere hier gleich einmal weiter – vor dem Gang in die Bib, der mich den ganzen Tag in Anspruch nehmen wird, habe ich noch ein wenig Zeit. 😉

    Deinen Ansatz bezüglich Social Media finde ich ganz großartig – ich bin ja der Überzeugung, dass Nachhaltigkeit nicht nur eine Sache der Umwelt und der äußeren Dinge ist, sondern auch ganz klar bei sich selbst beginnen sollte. Digital Detox ist ein ganz wichtiges Element davon und ich finde es klasse, dass du so reflektiert und mit so guten Vorsätzen an das Thema herangehst.
    Ich habe mich in der letzten Zeit in eine ähnliche Richtung entwickelt: Social Media kann auch einfach mal abgeschaltet werden, wenn ich mein Leben 1.0 gerade mehr Wichtigkeit einräume. Es ist schrecklich, wie schnell man sich da mitreißen lässt vom Gepiepse, vom Ständig-Aktiv-Sein-Müssen und auch ein bisschen vom Blogger-Alltag, der die Präsenz in solchen Medien scheinbar noch ein bisschen mehr zu fordern meint als ohnehin schon.
    Da ich aber – genau wir du – keine Lust habe, kreativen Raubbau an mir zu betreiben, lasse ich das Handy auch gerne einen oder zwei Tage in der Ecke liegen – und habe absolut kein schlechtes Gewissen dabei. 🙂

    P.S.: Wie zu so vielen Dingen: Auch hierzu muss ich dringend noch schreiben! 😉

    Liebe Grüße
    Jenni

    • Kim Leopold sagt:

      Liebe Jenni,

      Ich bin jetzt in der dritten Woche ohne Facebook und Messenger auf meinem Handy unterwegs und muss zugeben: Ich spiele ab und zu schon mit dem Gedanken, es wieder zu installieren. Dann stelle ich mir aber die Frage, wieso und muss feststellen, dass ich in diesen Moment einfach Langeweile habe… Was mir in letzter Zeit aufgefallen ist (und dazu kommt auch noch ein Blogartikel), ich lenke mich viel lieber mit den Gedanken anderer ab, als dass ich in meine eigene Gedankenwelt abtauche. Da versuche ich im Moment bewusst gegenzusteuern, was gar nicht so leicht ist – irgendwie kommt es mir vor, als hätte ich das Denken verlernt, weil ich mir meine Gedanken immer häufiger von YouTubern und Bloggern und Büchern vorgeben lasse. Den Gedanken find ich ziemlich gruselig, also habe ich mir vorgenommen, demnächst mal häufiger wieder selbst zu denken.

      Worauf ich eigentlich hinauswollte: Im Moment zwinge ich mich dazu, einfach mal nachzudenken, statt ständig auf dem Handy rumzutippern – aber leicht ist das nicht. 😀

      Liebe Grüße
      Kim

  3. Lisarime sagt:

    Kann ich vollkommen nachvollziehen. Ich hab jahrelang fast nur online gelebt und meinen Lebensmittelpunkt im Internet gehabt, bis ich beschlossen habe, mich davon zu distanzieren und mein Leben entscheidend geändert habe. Ich war das letzte Jahr kaum online und fühle mich fremd in einer Welt, die mir vorher so vertraut war. Ich glaube, wenn man einmal in der Spirale drinnen ist, lässt sie einen nie wieder los. 😓

    • Kim Leopold sagt:

      Du hast sowas von Recht. Es ist wirklich schwer, sich davon loszureißen (vor allem als Blogger und Autorin braucht man das ja auch irgendwie, um Werbung für sich zu machen). Aber ich merke das auch: Wenn ich mal ein paar Wochen nicht viel gemacht habe, bin ich auch raus. Man merke also: Social Media ist eigentlich nur anstrengend. 😀 Danke für deinen Kommentar! 🙂

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