Verlag oder Self-Publishing?

Autor werden — Autor sein

Wenn du mit deinem Schreiben Geld ver­di­enen möcht­est, wirst du dir früher oder später die Frage stellen, auf welchem Weg du das am besten tun kannst. Die Ver­lagswelt ist heutzu­tage unglaublich vielfältig und bietet dir zahlre­iche Möglichkeit­en. Die bekan­ntesten davon: Self-Pub­­lish­ing und das Ver­lagswe­sen (Pub­likumsver­lage oder Klein­ver­lage insbesondere).

Falls du den Blog­a­r­tikel lieber im Vide­o­for­mat sehen möcht­est, habe ich dir das passende YouTube-Video unten eingebunden.

Drei Veröffentlichungswege

Diese drei Möglichkeit­en der Veröf­fentlichung stelle ich dir heute mit­samt ihrer Vor- und Nachteile vor. Der Artikel gehört zur Rei­he Autor wer­den – Autor sein, in der ich regelmäßig über The­men wie diese spreche.

Du bist noch kein Autor? Nein?

DIE WAHRHEIT IST …

Wenn du schreib­st, bist du Schriftsteller.

Ja? Ich wieder­hole das noch mal, weil es essen­ziell wichtig ist:

Wenn du schreib­st, bist du Schriftsteller.

Ich finde das deshalb unglaublich wichtig, weil es so viele Men­schen gibt, die Geschicht­en schreiben, sich aber niemals als Autor betiteln wür­den. Warum nicht? Du set­zt dich hin, schreib­st stun­den­lang an einem Roman oder ein­er Kurzgeschichte – du leis­test genau die gle­iche Arbeit, wie jemand, der für seine Büch­er bezahlt wird. Also bist auch du ein Autor/eine Autorin.

Der Unter­schied ist also, dass du noch nicht für deine Büch­er bezahlt wirst – das ver­mute ich zumin­d­est. Dann schauen wir doch mal, wie man das ändern kann.

Dank des Inter­nets gibt es heutzu­tage viele ver­schiedene Möglichkeit­en, seine Kun­st auf den Markt zu brin­gen. In der Buch­branche unter­schei­den wir in drei große Bereiche.

  1. Pub­likumsver­lag
  2. Self-Pub­­lish­ing
  3. Klein­ver­lag

Im Ide­al­fall pro­bierst du in dein­er Autorenkar­riere alle Wege aus, um dich schließlich auf einen festzule­gen – aber an dieser Stelle ein klein­er Dis­claimer: Es gibt dur­chaus Autoren, die mehrgleisig fahren. Denn jede Vari­ante hat ihre Vor- und Nachteile.

Publikumsverlage

Vor­ab: Ein ser­iös­er Ver­lag wird niemals, unter keinen Umstän­den, Geld von dir dafür ver­lan­gen, dass er dein Buch veröffentlicht!

Im tra­di­tionellen Veröf­fentlichen über Pub­likumsver­lage hast du zwei Möglichkeit­en, einen Ver­trag zu bekom­men: Entwed­er du schickst dein Manuskript eigen­ständig an den Ver­lag dein­er Träume und hoff­st auf baldige Antwort, oder du bewirb­st dich zunächst bei ein­er Agen­tur, die dich und dein Pro­jekt dann bei den großen Ver­la­gen vorstellt, um es dort unterzubringen.

Ich gehe hier nur auf den Weg über einen Ver­lag ein.

Publikumsverlag — Ein langwieriger Prozess

Du schickst dein Buch an einen Ver­lag, den du dir vorher aus­ge­sucht hast, dort lan­det es im Lek­torat auf einem Haufen von anderen einge­sende­ten Manuskripten, die alle geprüft wer­den müssen. Es bedarf oft ein­er Mehrheit an Stim­men, damit dem Autor dann ein Ange­bot gemacht wird. Bis es soweit ist, kön­nen Wochen oder sog­ar Monate verge­hen. Es ist extrem schwierig, auf diesem Weg in einem großen Pub­likumsver­lag unterzukom­men. Hat man das dann aber geschafft, ist zufrieden mit den Kon­di­tio­nen, die einem geboten wur­den, und hat den Ver­trag unterze­ich­net, bekommt man hier auch einen finanziellen Vorschuss – oder mit anderen Worten: ein Garantiehonorar.

Das Buch durch­läuft Lek­torat und Kor­rek­torat, bekommt ein Cov­er und einen Buch­satz und wird mar­ket­ingtech­nisch ein­sortiert in Spitzen­ti­tel oder Midlist. Ein Spitzen­ti­tel bekommt dabei das gesamte Mar­ket­ing­paket, ein Midlist-Buch, bei dem der Ver­lag sich nicht allzu viele Ein­nah­men erhofft, oft nur einen Grund­stock an Mar­ket­ing. Dazu gehört aber wenig­stens die Vorstel­lung im sta­tionären Buch­han­del, wom­it deine Reich­weite schon mal deut­lich größer ist.

Die ganze Vor­bere­itung bis zur Veröf­fentlichung kann mitunter ein bis zwei Jahre dauern, und man hat sel­ten viel Mit­spracherecht. Meis­tens läuft es eher so, dass der Text ans Genre oder Ver­lagspro­gramm angepasst wer­den muss, und das fer­tige Cov­er entspricht auch nicht immer dem per­sön­lichen Geschmack.

Abrechnungen im Publikumsverlag kommen selten

Der Vorteil ist aber, dass durch die größeren Mar­ket­ing­möglichkeit­en die Sicht­barkeit größer ist und dir natür­lich auch keine Kosten für die Veröf­fentlichung entste­hen. Was übri­gens total wichtig zu wis­sen ist: Ein Ver­lag wird niemals Geld von dir ver­lan­gen, um dein Buch herauszubringen!

Wenn dein Buch dann erschienen ist, bekommst du für jeden Verkauf Tantiemen. In großen Pub­likumsver­la­gen fall­en diese meist geringer aus, weil du ja oft auch schon einen Vorschuss bekom­men hast. Den­noch wird dir regelmäßig Geld ausgezahlt.

Das mag allerd­ings auch ein Nachteil sein, denn mit ein­er halbjährlichen/jährlichen Zahlung kann man nicht beson­ders gut haushal­ten – zumal man oft gar nicht mit­bekommt, wie die Verkäufe sind und ob die Tantiemen, die man dann let­z­tendlich aus­gezahlt bekommt, aus­re­ichen, um die Aus­gaben abzudeck­en, die man damit abdeck­en möchte.

Self-Publishing — nur vorteile?

Das Self-Pub­­lish­ing ist das deut­liche Gegen­teil des tra­di­tionellen Veröf­fentlichungswegs. Hier hast du alles selb­st in der Hand. Du hast die alleinige Entschei­dungs­ge­walt und kannst veröf­fentlichen, was und wann du möcht­est – hast also keine lan­gen Wartezeiten.

Self-Publishing ist teuer

Nachteil ist, dass der Investor für dein Buch wegfällt und du dementsprechend alle Kosten im Vor­feld selb­st tra­gen musst. Das heißt, du benötigst ein Lek­torat, ein Kor­rek­torat, ein Cov­er und einen pro­fes­sionellen Buch­satz für E‑Book und Print. Außer­dem möcht­est du natür­lich Wer­bung für dein Buch machen, wofür ein kleines Bud­get einge­plant wer­den sollte. Für eine Buchveröf­fentlichung belaufen sich diese Kosten dann gerne mal auf 3500–5000 Euro – je nach­dem, welche Dien­stleis­ter man auswählt.

Das muss man auch erst mal wieder ein­spie­len, was ger­ade bei Erstlingswerken oft noch nicht funk­tion­iert. Wenn man im Self-Pub­­lish­ing nicht ger­ade direkt einen Hit lan­det, ist es meis­tens so, dass man die Aus­gaben mit der Menge an Büch­ern wieder rein­holt, die man im Laufe der Zeit veröf­fentlicht. Aber – und das mag ich per­sön­lich am Self-Pub­­lish­ing – man bekommt nach ein­er gewis­sen Vor­laufzeit monatliche Auszahlun­gen sein­er Tantiemen. So hat man schneller das Geld für ein neues Pro­jekt zusam­men und kann deut­lich bess­er mit seinen Aus­gaben und Ein­nah­men umgehen.

Kleinverlage

Mit­tler­weile hat sich auch ein Mit­tel­weg in der Ver­lagswelt etabliert, näm­lich der Weg über die Kleinverlage.

Klein­ver­lage haben deut­lich weniger Reich­weite als ein Pub­likumsver­lag, aber auch ein entsprechend gerin­geres Bud­get für ihre Büch­er. Den­noch übern­immt auch hier der Ver­lag die Kosten für Lek­torat, Kor­rek­torat, Cov­er und Co. Ich empfehle dir, dass du dich anschließend im Mar­ket­ing engagierst, damit dein Buch nicht ein­fach in der Masse der Büch­er unterge­ht. Denn im Gegen­satz zu großen Ver­la­gen unterteilen Klein­ver­lage nicht in Spitzen­ti­tel und Midlist, son­dern haben für jedes Buch das gle­iche, oft kleine Marketingbudget.

Kleinverlage machen kaum Marketing

Du bist hier also selb­st in der Pflicht, dein­er Geschichte zu Ruhm und Ehre zu verhelfen.

Ger­ade weil die Reich­weite nicht so hoch ist und man viele Klein­ver­lage vielle­icht auch noch gar nicht ken­nt, bewer­ben sich hier nicht so viele Autoren. Die Ver­lage brauchen deut­lich weniger Zeit, um ein Manuskript zu prüfen, und die Zeit bis zur Veröf­fentlichung geht in der Regel rel­a­tiv schnell vorbei.

Im Klein­ver­lag gibt es aber auf­grund des gerin­geren Bud­gets keinen Vorschuss, das heißt, du siehst das erste Geld erst mit der ersten Tantiemen­zahlung. Diese find­et im Klein­ver­lag für gewöhn­lich hal­b­jährlich statt.

Vorsicht vor schwarzen Schafen im Kleinverlagswesen

Hier möchte ich auch ein paar Worte der War­nung ein­fü­gen, denn ger­ade im let­zten Jahr haben sich einige schwarze Schafe im Bere­ich der Klein­ver­lage her­auskristallisiert, so dass zahlre­iche Autoren ihre Rechte zurück­fordern, weil Ver­lage ihren Pflicht­en nicht nachkom­men. Bevor du also einen Ver­trag unterze­ichnest, soll­test du dich auf jeden Fall über den Ver­lag informieren und eventuell sog­ar mit dort unter Ver­trag ste­hen­den Autoren sprechen.

Wie wird man nun also professioneller Autor?

Du musst dich entscheiden!

Entwed­er du entschei­dest dich für einen Verlag/eine Agen­tur und bere­itest von deinem Buch ein Exposé und eine Leseprobe vor, um dich zu bewer­ben. Oder du wählst den Weg des Self-Pub­­lish­ing und nimmst alles selb­st in die Hand.

Welch­er Weg für dich der richtige ist, das kannst nur du wis­sen. Fest ste­ht jedoch, dass die Möglichkeit­en vielfältig sind – und auch du die Möglichkeit hast, als freiberu­flich­er Autor oder Autorin zu arbeiten.

Erzähl mir gerne, was du denkst und wohin es dich zieht, oder ob du am liebsten alles ausprobieren möchtest. Wie wirst du dein Buch veröffentlichen?
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