Vergissmeinnicht – How to Be Happy 3

Liz und Toby gab es schon immer nur im Doppelpack. Jetzt sind sie sechzehn, die große, weite Welt wartet und mit ihr die Liebe. Dass sie sich ineinander verlieben, stand allerdings nicht auf dem Plan. Genauso wenig, dass ein Fehler all ihre Träume zerstört.

Vom einen Tag auf den anderen liegt nicht nur ein Meer zwischen ihnen, sondern auch ein Ozean aus unausgesprochenen Gefühlen.

Während Liz versucht, sich mit ihrer Karriere abzulenken, stellt sie jedoch schnell fest, dass Gefühle sich nicht verdrängen lassen.

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ISBN: 9783958695535
Klappbroschur
12,90 €

Dieses Buch ist der dritte Teil der How-to-Be-Happy-Reihe und kann unabhängig von den anderen gelesen werden. Vergissmeinnicht erscheint im Sommer 2017.




Leseprobe

Er steht mit einer Flasche Bier in der Hand etwas abseits vom Geschehen und beobachtet die Menschen. Wenn ich nicht wüsste, wie gern er auf solchen Veranstaltungen die Ruhe und Abgeschiedenheit sucht, hätte ich gar nicht erst die Schatten nach ihm abgesucht und seine Silhouette neben der alten Baumschaukel wahrscheinlich übersehen.

„Da bist du ja.“ Ich raffe meinen Rock und stolpere auf ihn zu. Mit den hohen Absätzen auf dem Rasen zu laufen, ist nicht gerade einfach. Vor allem nicht, wenn der Sekt allmählich Wirkung zeigt.

Toby streckt seinen Arm aus, um mich abzufangen. „Hey, vorsichtig.“

Ich lehne mich einen Moment gegen ihn, atme den Duft seines Parfüms ein, spüre seinen Körper überdeutlich gegen meinen, bevor ich mich von ihm löse.

„Was machst du hier?“, frage ich und setze mich auf die Schaukel, um meine schmerzenden Fußsohlen auszuruhen. „Solltest du nicht drin sein und tanzen, bis dir schwindelig wird?“

Er schmunzelt und kommt zu mir. „Dafür bist du doch eigentlich zuständig.“

„Hm, vielleicht.“ Ich ziehe meine Schuhe aus, die wirklich eng an den Fersen sind und stoße mich vom Boden ab, um zu schaukeln.

Toby fängt die Schaukel mit seiner freien Hand ab und stoppt sie. Er stellt die leere Flasche ins Gras. „Rutsch mal ein Stück.“

Ich grinse. Früher haben wir immer zusammen auf dieser Schaukel gesessen, aber ich bezweifle, dass unsere Hintern jetzt noch nebeneinander darauf passen. Schnell stellt sich heraus, dass sie es nicht tun.

Lachend stehe ich auf, damit er sich zuerst hinsetzen kann. Dann pflanze ich mich auf seinen Schoß und schlinge einen Arm um seinen Nacken. Ein leises Ächzen an meinem Ohr.

„Ich sag doch, ich muss auf meine Figur achten.“

„So ein Blödsinn.“ Er legt seine Arme um meine Hüften und stößt uns vom Boden ab. „Du bist schön, so wie du bist. Da ist kein Pfund zu viel an dir.“

Sein Kompliment treibt mir ein irres Grinsen aufs Gesicht. „Dafür musstest du jetzt mehrere Flaschen Bier trinken?“

„Wofür?“

„Um mir ein richtiges Kompliment zu machen.“

Er schnaubt. Es ist schade, dass sein Gesicht im Schatten meines Oberkörpers liegt. So kann ich seine Reaktion leider nicht sehen.

„Du bist einfach angsteinflößend“, erklärt er. „Man weiß nie, wie du reagierst, wenn man dir ein Kompliment macht.“

„Ach?“, mache ich. Ich weiß, dass er mich nur necken will, aber ich frage trotzdem nach: „Und auf welche Art bin ich angsteinflößend?“

„Auf eine sehr angsteinflößende Art und Weise“, erwidert er grinsend.

„Angsteinflößender als all die Leute hier?“

„Definitiv.“ Heißer Atem an meinem Ohr. Seine Hand auf meinem Rücken. Ein Kribbeln in meiner Magengrube. Ich schlucke.

„Meinst du, es ist zu dunkel für ein Foto?“, frage ich nach einer Weile.

„Nein, denke nicht. Lass es uns ausprobieren.“

Ich hole mein Handy aus meiner Tasche, werfe sie zu meinen Schuhen und positioniere mich neu auf seinem Schoß, damit wir ein Bild machen können. Ich probiere etwas herum, bis die Einstellungen schließlich so gut getroffen sind, dass man uns erkennt. Wir schießen ein paar Selfies, die meisten davon verwackelt, aber sie werden trotzdem eine tolle Erinnerung an diese Nacht sein.

„Tanzt du gleich mit mir?“, frage ich, nachdem wir das Foto geschossen haben. „Bitte?“

Er stupst mich an. „Habe ich denn eine andere Wahl?“

Ich bleibe ihm eine Antwort schuldig, denn in diesem Augenblick ruft der DJ zu den klassischen Spielen auf.

„Schätze, das ist unser Stichwort.“ Toby schiebt mich vorsichtig von seinem Schoß. Ich klammere mich an ihn, um in meine Schuhe zu schlüpfen, und lasse ihn nicht los, während wir über den Rasen zurück zu den Holzplatten gehen, auf denen das Geschehen stattfindet.

„Wie viel hast du eigentlich getrunken?“, fragt er mich, als ich zum wiederholten Male gegen ihn remple.

Ich reiße unschuldig die Augen auf und antworte langgezogen: „Wieso?“

„Gestörter Gleichgewichtssinn, verwaschene Aussprache, gerötete Wangen und glasige Augen. Ich tippe auf etwa 1,4 Promille. Du solltest etwas langsamer machen, sonst wirst du bald risikobereiter und deine Stimmung könnte umschlagen.“

„Schlaumeier“, flüstere ich und remple noch mal gegen ihn.

Er schmunzelt mich an. Aber er hat recht. Der Alkohol wirkt schon so stark, dass ich am liebsten den Finger ausstrecken würde, um sein Grübchen zu berühren.

Er ist dein bester Freund, rede ich mir ein. Versau das nicht.